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Projekt „Willkommen für Flüchtlinge“

Unterstützung geflohener Menschen in Aachen – organisiert durch die Bürgerstiftung Lebensraum Aachen, durchgeführt von Menschen aus Aachen

Mit der Unterstützung der „unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge“ begann Ende 2014 das Flüchtlingsprojekt der Bürgerstiftung. Etwa zwanzig Ehrenamtler trafen sich zu ersten Gesprächen und unternahmen erste Schritte der Unterstützung.

Mit dem Anwachsen des Zustroms von Flüchtlingen nach Deutschland und nach Aachen wuchs auch das Projekt im Jahr 2015 rasant. Immer mehr Menschen aus Aachen interessierten sich für unsere Arbeit.

Im Oktober 2016 stellt sich das Willkommens-Projekt als vielfältiges Unterstützungsvorhaben dar, das mit den weiteren Aktivitäten in der Stadt Aachen gut vernetzt ist.

Was geschieht konkret?

  • Über 50 Ehrenamtler unterstützen die Lehrkräfte in Schulen der Sekundarstufen I und II, in denen junge Flüchtlinge in äußerst heterogenen Klassen von 18 Schülern unterrichtet werden.
  • Etwa 50 Ehrenamtler haben eine Patenschaft für einzelne Flüchtlinge übernommen. Dabei werden wir vom Bundesfamilienministerium unterstützt.
  • Privates Sponsoring ermöglicht es, dass 17 überwiegend ehrenamtlich tätige Lehrkräfte in drei von uns initiierten und organisierten Sprachkursen  40 junge erwachsene Flüchtlinge ohne Schulabschluss mit wöchentlich je 12 Unterrichtsstunden unterrichten, in einem Jahr führen wir 1.440 Stunden durch.
  • Ebenfalls durch private Unterstützung ist es möglich, Integrationskurse für geflüchtete Frauen durchzuführen; knapp 20 Ehrenamtlerinnen sind dabei aktiv.
  • Anfang 2016 gaben wir ein Faltblatt zu den Grundrechten heraus, in dem wir die ersten 20 Grundgesetzartikel in Rechten und Pflichten in einfacher Sprache darstellen. Dieses Informationspapier ließen wir in 7 weitere Sprachen übersetzen. Über 8.000 Exemplare sind bereits verteilt. Im Juli 2016 fand im Aachener Justizzentrum dazu ein außerordentliches „Justizforum“ statt, an dem neben dem Gerichtspräsidenten 230 Aachener teilnahmen.
  • Wir stellen unsere Organisation Institutionen oder Einzelpersonen zur Verfügung, damit sie ohne Gründung eines e.V. Projekte auf unserer Plattform durchführen können. Etliche Gruppierungen und Einzelpersonen nutzen unser Angebot, mit uns zu kooperieren, um eigene Projekte durchzuführen. Ohne dass eigens ein e.V. gegründet werden muss, können Projekte durchgeführt, Spenden zielgerichtet und zweckgebunden an die Stiftung fließen, die sie umgehend weiterleitet, und die Öffentlichkeitsarbeit der Stiftung kann die Projekte unterstützen. Zusätzlich sind alle Aktivisten gegen Haftpflicht- und Unfallschäden versichert. Mit diesen Rahmenbedingungen wird bürgerschaftliches Engagement deutlich leichter. Wir freuen uns auf weitere nützliche Projektideen.Einige Beispiele:
    • Fahrradprojekt an der Schule Kronenberg, heute an der Hugo-Junkers-Realschule durch eine Gruppe Rentner
    • Kunstprojekt mit Vera Sous im Sommer 2015
    • Filmprojekt mit dem Filmemacher Michael Chauvistré
    • Taschenprojekt  mit Grete Sprungala
    • Welcome-Party mit Studenten der FH Aachen
    • Musik- und Graffiti Projekte mit dem Musikverein KingzCorner
    • Konzert  mit dem Orchester „Sinfonietta Regio“ im Ostviertel mit mehr als 400 Gästen
    • Kostenloses Sportangebot für Flüchtlinge durch Studierende seit Mai 2016
    • Jährliche Musicalproduktion von Studierenden der RWTH
  • Bei monatlich stattfindenden Workshops befassen wir uns mit der Organisation, führen aber auch Länderworkshops durch, um uns über die Herkunftsländer der Flüchtlinge besser zu informieren.
  • 2015 begann der erste junge Mensch mit seinem Bundesfreiwilligendienst (BFD) in der Stiftung, heute haben wir zwei junge Damen im BFD sowie eine feste Kraft als Büroleiterin.

 

Der Beginn

Mit der Unterstützung der sogenannten „unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge“ begann das Flüchtlingsprojekt der Bürgerstiftung.

Am 13. Dezember 2014 war es soweit: 23 interessierte Menschen – beruflich wie altersmäßig bunt gemischt – trafen sich zum ersten Mal, um sich kennenzulernen und erste Überlegungen anzustellen, wie den jungen Flüchtlingen geholfen werden kann. Wir wollen sie willkommen heißen in unserer Stadt, ihnen helfen, eine neue Heimat zu finden, sie unterstützen in der Fremde, in der sie nun gelandet sind.

Viele sind traumatisiert, haben erlebt, wie Eltern und Freunde ermordet wurden, haben am eigenen Leib Gewalt erlebt und sich aufgemacht in eine bessere, aber sehr ungewisse Zukunft, alleine, ohne Erwachsene, ohne Zuspruch und Tröstungen. Manche haben den Auftrag eines ganzen Dorfs in ihren Rucksack gepackt bekommen, im reichen Europa Geld zu verdienen und nach Hause zu schicken. So kommen sie hier an, ohne Geld, ohne Sprachkenntnisse, ohne zu wissen, was auf sie wartet. Sie werden in Heimen, aber auch in Hotels untergebracht. Oft müssen sie lange auf einen Schulplatz warten.

Ende 2014 waren etwa 400 Jugendliche ohne Begleitung in Aachen angekommen, die Zahl stieg 2015 auf bis zu 700 an.

Rasante Entwicklung 2015

Aus diesen ersten Schritten entwickelte sich das Projekt im Jahr 2015 mit großer Geschwindigkeit weiter.

Die Gruppe der Ehrenamtler wuchs auf mehr als 50 Personen an, alle wollen Zeit und Kompetenzen investieren. Etliche Kooperationspartner begannen, ein Netzwerk zu bilden. Das Zentrum für soziale Arbeit Burtscheid,  das Zentrum für Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Maria im Tann, die evangelischen Kinder- und Jugendhilfe Brand sowie KasparX – Kinder- und Jugendhilfeprojekte kooperieren mit uns.

Schon bald legten wir den Schwerpunkt aber auf die Unterstützung in Schulen.

In fast allen Schulen der Sekundarstufe I und II, in denen junge Flüchtlinge unterrichtet werden, sind wir mit ehrenamtlich tätigen Personen vertreten und unterstützen die Lehrkräfte bei ihrer sehr schwierigen Arbeit. In der Regel beträgt die Klassenstärke 18 junge Leute, die eine Gruppe von extremer Heterogenität bilden: Herkunft, Deutschkenntnisse, Erfahrungen mit dem Schulbesuch – all das ist individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt.

Wir freuen uns sehr, dass diese Arbeit von den Schulen geschätzt wird.

Die Ehrenamtlergruppe (Leitung: Norbert Greuel)

Inzwischen – Herbst 2016 – haben wir über 200 Mailadressen von interessierten und z.T. aktiven Ehrenamtlern. Hinzu kommen ca. 50 Paten sowie mehr als 30 Lehrkräfte der Sprachkurse und Leiterinnen der Integrationskurse für Frauen, insgesamt hat das Willkommensprojekt also fast 300 Personen aktivieren können.

Etwa 30-40 Personen besuchen unsere monatlichen Workshops, bei denen wir über Organisationsfragen sprechen, uns über Erfahrungen austauschen und auch Referate von Experten hören und mit ihnen diskutieren. Selbst organisiert haben wir Länder-Workshops zu Afghanistan, Irak, Syrien und Eritrea, um mehr über die Herkunftsländer der Flüchtlinge zu erfahren.

Weitere Themen bei unseren Workshops sind u.a. Interkulturelle Arbeit, die asylrechtliche Situation, die Wertediskussion oder die Problematik des humanen Umgangs mit Vertretern der Inhumanität (angesichts des Erstarkens rechter Kräfte in der Gesellschaft).

Unsere Grundüberzeugungen

Die Stiftung ist dem humanistischen Gedankengut verpflichtet. Wir sind weder kirchlich noch konfessionell gebunden. Wir verstehen uns als politisch tätige Organisation, die jedoch nicht parteipolitisch agiert. Wir übernehmen gesellschaftspolitische Verantwortung.

Unsere Aktionsbereiche im Willkommensprojekt sind: Bildung und Integration.

Uns ist klar, dass die wesentliche Grundlage ist, eine persönliche Beziehung zu schaffen. Begegnungen von Mensch zu Mensch auf gleicher Augenhöhe sind das Wichtigste.

Wir helfen nicht von oben herab. Alle Menschen haben den selben Wert. Unsere Unterstützung hat Hilfe zur Selbsthilfe zum Ziel, d.h.: Wenn du mich nicht mehr brauchst, war ich erfolgreich.

Jede Unterstützerin, jeder Unterstützer kann ihre und seine ganz eigenen Kompetenzen einbringen und Kreativität entfalten.

Aufgrund der intensiven Beschäftigung mit den Grundwerten unserer Gesellschaft sind wir zu der Überzeugung gelangt, dass wir die Werte unseres Grundgesetzes wesentlich offensiver vertreten sollten. Wir dürfen und sollten Forderungen an alle Menschen, die in unserem Land leben, stellen. Alle müssen die Meinungsfreiheit, die Religionsfreiheit und die übrigen Werte des Grundgesetzes einhalten. Dazu stehen wir. Auf dieser Basis – und nur darauf – sind Multikulturalität und Heterogenität in der Gesellschaft mit gegenseitigem Respekt, Akzeptanz und Toleranz möglich. Wir wollen die Vielfalt und betrachten die Unterschiedlichkeit der Menschen und Meinungen als Gewinn.

Stand im Herbst 2016

Weitere Aktionsbereiche sind hinzugekommen:

  • Patenprojekt (Projektleitung: Klaus Oelze)
  • Integrationskurs für Frauen
  • Sprachkurse für Geflüchtete
  • Grundrechte (Projektleitung: Norbert Greuel)

Alle  Aktivitäten der Bürgerstiftung erfolgen hauptsächlich ehrenamtlich. Sie werden unterstützt durch eine Büroleiterin mit 20 Wochenstunden und zwei jungen Frauen im Bundesfreiwilligendienst. Dies ermöglichen uns spenden von Einzelpersonen und Institutionen.

 

Die Leitung des Willkommensprojekts liegt bei Norbert Greuel, der auch Vorstandsmitglied ist.


Haben Sie Lust zur Mitarbeit bekommen?

Rufen Sie uns an, schicken Sie eine Mail.

Sie sind bei uns herzlich willkommen!


www.buergerstiftung-aachen.de

info@buergerstiftung-aachen.de

Tel 0241 4500130

 

Möchten sie unsere Projekte Finanziell Unterstützen dann Spenden sie an:

Bürgerstiftung Lebensraum Aachen

IBAN:DE46370605900003690091
BIC:GENODED1SPK

 

Wir bedanken uns bei den Unterstützern des Projektes „Willkommen“ für finanzielle Zuwendungen:

Axel Deubner

Dr. Frohlinde Weber

Stiftung F.Victor Rolff

Inform GmbH

Alemannia Aachen

Rotary Club Aachen

Norbert Greuel

Aachener Bank

Petra Zimmermann

Ilse Jablonka

Beate Geilen

Projekt Vera Sous

Projekt Grete Sprungala

Dr. Leo Vossen

Dr. Götz Dyckerhoff

P3 Ingenieurgesellschaft

Trauergesellschaft Waltraud Nüssgen

Generalvikariat Aachen

Stawag

Zentis

Domkeller

Dr. Ney

Dr. Weise-Ney

Manfred und Ingeborg Wolters

Lions Club Carolina

gypsilon software GmbH

Belegschaft Philipps Aachen

Belegschaft LumiLeds Phillips Aachen

Margret Wilhelm

Gitta Stauder

Simon Kunne

Grenzlandtheater

Dr. Ralph Panstruga

Dr. Petra Panstruga

Pascal Richter

Dr. Christina Roeckerath

Rhein-Sieg-Abfallwirtschaftsgesellschaft

Philips GmbH U-L-M Photonics

INFORM GmbH – Goldpatenschaft

Wir danken außerdem vielen Spendern, die nicht genannt werden wollen